Open post

Klaus die Maus…

 „Klaus die Maus….“ Ein Schreibfehler? Ganz und gar nicht! Klaus, die Maus, Heinzi, der Tigerschneck, Susi Summsebiene – sie und noch viele andere liebenswerte Fabeltiere kommen im neuen Buch von Birgit Rütters „Trost-Rauschen – Geschichten von Leben & Abschied“ vor. Aber sie entstanden nicht einfach so. Alle Tiere in dem Buch haben menschliche „Vorbilder“. Verstorbene und ihre Angehörigen, mit ihren realen Erlebnissen und Gedanken. Wahre Geschichten, in Fabeln gekleidet.Mit der Erlaubnis der menschlichen Protagonisten erzählt Rütters Geschichten rund um Tod und Sterben. Liebevoll und einprägsam. Tröstlich und feinfühlig.Die Idee für das Buch kam ihr, als ein Vater, der viel zu früh seine Frau verloren hatte, nicht wusste, wie er es den Kindern nahebringen sollte. Er war mit ihnen schon beim Psychologen und die Kinder hatten der Familie Tiere zuordnen sollen. So kam Birgit Rütters auf die Idee, eine Fabel zu schreiben, den Kindern und der Familie Trost zu schenken. Mit dem „Trostrauschen“ ist ihr das absolut gelungen. Die Geschichten, aber auch die wunderbaren Illustrationen von Claudia L. Hoffmann, machen dieses Buch zu einem Genuss und wertvollen Geschenk – für sich selber und für andere.  Erschienen als Hardcover, Paperback oder als E-Book , im „Treditions“-Verlag, ISBN Nr. 978-3-347-12106-5,

Wer’s bestellen möchte der klicke hier

Open post

Da geht mir doch die Maske – Pardon – der Hut hoch…!

Kolumne : Da geht mir doch die Maske – Pardon – der Hut hoch…!

Fast 51.000 Menschen sind bislang – Stand 23. Januar 2021 – „an oder mit COVID 19“ gestorben. Viele hatten Vorerkrankungen, aber das ist als echter Trost ziemlich unbrauchbar. Hinter jeder Zahl stehen Angehörige, die um diesen Menschen trauern. Viele Tränen, viele verbrauchte Taschentücher. Viel Schmerz.

Doch es sterben ja nicht nur „die mit COVID“. Es wird weiterhin auch ganz „klassisch“ gestorben. Vom Ungeborenen bis zu den Hundertjährigen. Aber niemand, unabhängig von der Todesursache, wird im Moment „klassisch“ beigesetzt. 

In ganz heftigen Zeiten waren nur 5 (!) Trauergäste erlaubt, in meiner Umgebung sind es momentan 25. Nicht wirklich üppig. Und natürlich müssen alle mit Mundschutz kommen und ihn auch aufbehalten, egal ob in den kärglich bestuhlten Aussegnungshallen (oder Kirchen) oder im Freien. Und sie müssen Abstand zueinander wahren, obwohl Nähe gerade jetzt doch so wichtig ist wie selten im Leben! 

Sich gegenseitig in den Arm nehmen? „Es wird abgeraten“! Natürlich machen es manche doch, was nur nachvollziehbar ist. Aber alle irgendwie mit schlechtem Gewissen. Man soll sich ja corona-konform verhalten. Und das wollen die meisten ja auch – vom Verstand her. Herz und Seele brauchen aber etwas ganz Anderes!

Und nach der Trauerfeier? Kein „Leichenschmaus“, kein Gedenkessen. Nichtmal in privaten Räumen darf man sich momentan mit mehr als einer Person aus einem anderen Haushalt zusammensetzen. Kein gemeinsames Erinnern, Weinen, Lachen – es fehlt ein wichtiger Schritt in der Trauerbewältigung und der lässt sich auch nicht nachholen. Der Schmerz des unvollständigen Abschieds kann an vielen Menschen lange kleben wie Dreck am Spaten…

Die Anzahl der Trauergäste wurde einfach festgesetzt – und zwar von Gemeinde zu Gemeinde ganz unterschiedlich – oft nicht einmal von der Größe des Friedhofs abhängig. Und mal müssen die Menschen Masken tragen, mal nicht. Sogar einige Trauerrdner:innen sollen beim Reden (!) die Maske aufbehalten – von so einem Unsinn wurde ich in meiner Umgebung Gott sei Dank verschont. 

Auf einem Friedhof hier muss man sogar dann Maske tragen, wenn man ihn nur betritt, auch außerhalb von Trauerfeiern. Außer an Allerheiligen haben Menschenansammlungen auf Friedhöfen aber Seltensheitswert. Wen soll ich denn bitte anstecken, wenn ich ganz allein auf dem Friedhof ein Grab pflege oder fünf Reihen weiter jemand die Begonien gießt??!

Es hat bei all diesen Entscheidungen den Anschein, als hätte niemand der Entscheider ernsthaft darüber nachgedacht, was er mit der Zahlenbegrenzung für Trauerfeiergäste für Leid erschafft. Über das wichtige Kulturgut „tröstlicher Abschied von lieben Menschen“ wird über die Köpfe der Trauernden hinweg verfügt, als handle es sich um eine Bagatelle, die mal eben durchgeregelt werden muss.

In Supermärkten dürfen sich die Kunden in den engen Gängen aneinander vorbeiquetschen. In die öffentlichen Verkehrsmittel dürfen sich alle noch setzen. Die meisten Arbeitenden müssen weiterhin in die Firma fahren, selbst wenn Homeoffice möglich wäre. Da „empfiehlt“ die Regierung, dass die Arbeitgeber „doch bitte Homeoffice einrichten mögen… wenn möglich… es wäre schön… wir appellieren…“ – aber bei Beerdigungen nur 25 Hanseln, mehr sind verboten. Auf einem Areal von oft mehreren Tausend Quadratmetern! Vielleicht bin ich dumm, aber ich kann das einfach nicht kapieren…

Ich bin keine „Corona-Leugnerin“, ich meide private Kontakte, trage Maske und halte Abstand, wo immer ich kann. Aber bei Abschiedsfeiern tut es mir, als wirklich erfahrener Trauerrednerin, die so schnell nichts umhaut, in der Seele weh, wenn ich die maskenvermummten, auf Abstand gehenden Trauernden sehe, die sich doch so gerne umarmen und trösten würden. 50, 100 oder auf großen Friedhöfen auch mehr Leute wären da doch auch kein größeres Ansteckungs-Risiko als in Supermärkten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Und mit einer guten Beschallungsanlage vom Bestatter (haben die meisten) könnten alle sogar mit Abstand und Maske der Trauerfeier gut folgen. Die Maske geht ja nicht über die Ohren… Mit ihrem „Da-Sein“ würden die Trauergäste den Angehörigen einen unbezahlbaren Freundschaftsdienst erweisen. 

Was wollte ich eigentlich am Anfang sagen..? Jetzt weiß ich wieder: Hinter jedem Trauerfall stehen rund 5 bis 10 Angehörige. Bei einer Million Verstorbenen pro Jahr in Deutschland sollten wir daher auch eine Kerze anzünden für die 5 bis 10 Millionen Angehörigen. Deren Trauer durch nicht durchdachte oder schlichtweg idiotische Konzepte für Abschiede so erschwert wird, dass es sich für sie oft so anfühlt, als würden sie mitsterben…

Diese Kerze leuchtet dann auch gleich mit für die Trauerkultur, die durch diese Maßnahmen schwer misshandelt wird. Der Tatbestand „Kulturverletzung mit Todesfolge“ ist durchaus denkbar. Hoffen wir, dass es soweit nicht kommt!

Open post

Caitlin Doughty „Fragen Sie Ihren Bestatter“

„Skurril und gleichzeitig hochinteressant. Aber manchmal nichts für schwache Nerven!“

So klar, offen und geradezu liebevoll wie sie hat noch niemand von der Arbeit hinter den Kulissen des Lebens berichtet. Caitlin Doughty spannt den Bogen von ihrem ersten Arbeitstag im Westwind- Krematorium bis zu dem Entschluss, ein eigenes, alternatives Bestattungsunternehmen zu eröffnen. 

Sie blickt zurück in die Geschichte des Todes, erzählt vom Sterben in anderen Kulturen und beantwortet wie nebenher all die Fragen um Leichen und Bestattungen, die meist unausgesprochen bleiben. Ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, unsere Toten nicht länger hinter einem Vorhang aus Angst und Tabus verschwinden zu lassen.“

Mein Fazit

Ich habe viele Bücher zum Thema „Tod und Sterben“, aber dieses hier zählt zu meinen absoluten Favoriten. Selten habe ich ein Buch derart fasziniert verschlungen. Teilweise kamen schon recht krasse Schilderungen darin vor. Aber so richtig beeindruckt hat mich die absolute Offenheit und auch Deutlichkeit, mit der Caitlin Doughty aus ihrem Alltag im Krematorium schreibt. Ein Plädoyer für mehr Transparenz im Umgang mit unseren Toten. 

Caitlin Doughty

C H Beck-Verlag
270 Seiten
ISBN-13: 9783406748905
ab 14 Euro 

Verlags-Text:

„Die meisten Menschen gehen dem Tod aus dem Weg. Leichen sollen so schnell wie möglich verschwinden. Doch Caitlin Doughty heuert mit Anfang zwanzig bei einem Krematorium an und wird schnell zur Expertin, die vor keiner Aufgabe zurückschreckt… 

Open post

Nokan – die Kunst des Ausklangs

Ganz große Filmkunst zum Thema „würdevoller Abschied“

Cellist Daigo hat seine Stelle im Orchster verloren und kehrt mit seiner Frau zurück in die Heimat im pittoresken Norden Japans. Auf der Suche nach einem neuen Job entdeckt er die Anzeige eines auf „Reisen“ spezialisierten Unternehmens. Der exzentrische Chef Sasaki engagiert ihn auf der Stelle. Daigo kann sein Glück kaum fassen, da eröffnet ihm Sasaki die wahre Natur seines Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener nach altem Ritual für die „Letzte Reise“ vorbereiten …

Daigo ist entsetzt, aber er braucht das Geld – und der Chef zahlt gut. Wofür er so fürstlich belohnt wird – das behält er zu Hause lieber für sich. Er lebt ein Doppelleben: Tags weiht ihn der väterliche Sasaki in die einzigartige Kunst des tröstenden Nokan-Zeremoniells ein, nachts blüht das Eheglück, findet er zurück in den Kreis der alten Freunde und weckt das Cello seiner Kindheit Erinnerungen an Mutter und Vater, Gutes und Ungelöstes.

Dann aber entdeckt seine Frau Mika die Wahrheit über seinen anrüchigen Beruf. Immer hat sie zu ihm gehalten. Umso mehr verletzt sie nun, dass Daigo ihr Vertrauen brach. In einem leidenschaftlichen Ausbruch stellt sie ihn vor die Wahl: Hör auf damit! Oder ich gehe…

Yojiro Takitas meisterhaft musikdurchwehtes Drama über die Macht der Liebe, die Kraft der Familienbande und das Glück der letzten Stunde lässt kein Auge trocken!

Soweit der Text des Verlages. Kann ich voll unterschreiben. Der Film zeigt feinfühlig, wie wichtig ein würdevoller Umgang mit verstorbenen Menschen ist und wie sehr das Thema „Tod“ auch Ängste bei den Menschen aufzeigt. Einfühlsam, respektvoll und gleichzeitig äußerst amüsant schafft der Regisseur den Spagat zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit bei dem Thema, das uns alle irgendwann berührt. Denn jeder Mensch muss irgendwann mal sterben – ob man es nun verdrängt oder nicht.  Und wer sich beizeiten damit auseinandersetzt kann entspannter durchs Leben gehen. 

  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 12 Jahren
  • Regisseur : Yojiro Takita
  • Medienformat : Dolby, PAL
  • Laufzeit : 2 Stunden und 10 Minuten
  • Erscheinungstermin in Deutschland : 30. April 2010
  • Darsteller : Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue, Tsutomu Yamazaki, Kimiko Yo, Kazuko Yoshiyuki
  • Untertitel: : Deutsch