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Wo die Toten tanzen

Wo die Toten tanzen

Caitlin Doughty hat es wieder getan… Ehrlich, deutlich, manchmal krass, aber immer informativ UND unterhaltsam nimmt sie sich diesmal dem Thema „Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird“ an.

Ob es nun um Freiluft-Einäscherungen in Colorado geht, Totenschädel-Verehrung in Bolivien oder die Einbindung der Leichname in Rituale in Japan geht – Caitlin Doughty wirbt mit ihrem Buch für Verständnis und Toleranz im individuellen Umgang mit Tod und Toten.

Ohne Be- oder Verurteilung von Gebräuchen, die uns vielleicht als „schrecklich“ oder „makaber“ vorkommen. Umgekehrt haben andere Völker vielleicht kein Verständnis dafür, dass wir unsere Toten kaum noch aufbahren. Dass wir sie ohne unser eigenes liebevolles Zutun von Menschen versorgen lassen, die unsere Verstorbenen gar nicht persönlich kannten…

Mein Fazit: Das Buch ist eine spannende Reise quer durch die Bestattungseigenheiten der Völker dieser Welt und wer es gelesen hat, wird das Thema – hoffentlich – mit anderen, mit offeneren Augen anschauen.

Wo die Toten tanzen
Autorin: Caitlin Doughty,
Malik-Verlag, 256 Seiten,
erschienen September 2019,
gebundenes Buch, 20 Euro
ISBN: 978-3890295060

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„Ruhe! Hier stirbt Lothar!“

Dieser Film avancierte spontan zu meinem Lieblingswerk rund um das doch nicht ganz einfache Thema „Was würde ich tun, wenn ich eine tödliche Diagnose bekäme?„.

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/filmmittwoch-im-ersten/ruhe-hier-stirbt-lothar/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2ZpbG1taXR0d29jaCBpbSBlcnN0ZW4vNzhhOWY2MWItMThkYS00NzdjLWI5MDctNDgxMTgwZTNmNTI1/

Lothar liebt nur marrokanische Fliesen, die er verkauft, und seinen Hund. Mit allen anderen hat er es sich längst verscherzt. Nach einer tödlichen Krebsdiagnose verkauft der ziemlich verschrobene Mann ad hoc Firma und Haus, gibt seinen Hund ins Tierheim, dem er auch sein ganzes Vermögen spendet und zieht ins Hospiz. Er hat mit dem Leben abgeschlossen. Im Hospiz lernt er Rose kennen und beide meinen, dass der Tod sie dann wohl bald holen wird. Aber dann kommt alles ganz anders…

Eine äußerst gelungene Mischung aus Tragik, Komik, Stoff zum Nachdenken und der großartigen Schauspielleistung von Jens Harzer und Corinna Harfouch. Auch die anderen Schauspieler sind so überzeugend, dass man schon nach der ersten Minute wissen will, wie der Film ausgeht. Denn er bleibt immer spannend, berührend und lustig, ohne auch nur eine Sekunde in Kitsch, „Tränendrüsen-Drücker-Sentimentalität“ oder peinlichen Humor abzurutschen.

Ist noch voraussichtlich bis Mitte Juni 2021 in der ARD-Mediathek zu sehen.